Wohnwagen-Campingverbot in Frankreich: Geldbußen in ausgewählten Gemeinden ab Juli

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Wohnwagen-Campingverbot in Frankreich

Sie sind ein Fan des Vanlife und übernachten gerne auf einer Freifläche mit Blick auf das Meer oder die Berge? Ab dem 1. Juli 2025 müssen Sie aufpassen, wo Sie Ihr Auto abstellen. In ausgewählten französischen Gemeinden wird eine neue Verordnung in Kraft treten, die das Übernachten in umgebauten Lieferwagen und Wohnwagen außerhalb der dafür vorgesehenen Gebiete verbietet. Wer dagegen verstößt, riskiert ein saftiges Bußgeld.

Warum die Beschränkungen kommen

In den letzten Jahren hat die Zahl der Menschen, die normale Lieferwagen zu Wohnmobilen umbauen und damit durch Europa fahren, stark zugenommen. Diese Art des Reisens, die als Vanlife bekannt ist, zieht junge Abenteurer und Menschen an, die dem Stress des Stadtlebens entfliehen und nach mehr Freiheit suchen. Doch mit der wachsenden Beliebtheit dieser Lebensform gehen auch Probleme einher – insbesondere in touristisch geprägten Gebieten.

Französische und lokale Behörden warnen seit langem vor negativen Auswirkungen wie überfüllten Parkplätzen, verschmutzten Landschaften, Problemen mit Abfall, Toiletten und Wasser sowie Störungen der Nachtruhe. Während sich einige Reisende rücksichtsvoll verhalten, parken andere ohne Regeln und hinterlassen ein Chaos. Infolgedessen wächst der Druck auf die Kommunen, unverzüglich und systematisch gegen die Situation vorzugehen.

Wer ist von der neuen Regelung betroffen?

Die neue Maßnahme richtet sich in erster Linie an Fahrer und Besitzer von Fahrzeugen, die für das Campen umgebaut wurden – also an die typischen Vanlife-Fans. Dabei handelt es sich in erster Linie um normale Lieferwagen, die zu Wohnzwecken umgebaut wurden, sei es durch einfache Lösungen mit einer Matratze im Kofferraum oder durch aufwendige Einbauten mit Küche, Wasser und Strom. Typische Beispiele sind der Ford Transit, der Renault Trafic oder der Mercedes Viano.

Im Gegensatz zu einigen früheren Vorschriften gilt diese Regelung jedoch nicht ausschließlich für inoffizielle Umbauten. Auch der Besitzer eines herkömmlichen Wohnwagens oder Wohnmobils kann mit einem Bußgeld belegt werden, wenn er mit seinem Fahrzeug außerhalb der ausgewiesenen Flächen schläft. Entscheidend ist nicht, was in der Zulassungsbescheinigung steht, sondern wie das Fahrzeug genutzt wird und wo es abgestellt ist.

Wo gilt das Verbot?

Das Verbot, in Wohnwagen zu übernachten, gilt ab dem 1. Juli 2025 für insgesamt 314 Gemeinden in ganz Frankreich. Die meisten von ihnen befinden sich in touristischen Hochburgen wie dem Meer, den Bergen, Nationalparks und beliebten Regionen wie der Provence, Korsika und den Pyrenäen. Die genaue Liste der betroffenen Gemeinden wurde noch nicht veröffentlicht, aber es ist davon auszugehen, dass es sich vor allem um Orte handelt, in denen das Leben mit dem Wohnwagen am weitesten verbreitet ist und in denen es bereits zu Konflikten zwischen Einheimischen und Reisenden kommt.

Wie hoch wird die Strafe sein und wie wird sie durchgesetzt?

Das Übernachten außerhalb der ausgewiesenen Stellplätze kann ab dem 1. Juli 2025 ziemlich teuer werden. Das Bußgeld beträgt 135 € und gilt für alle Arten von Wohnmobilen – vom umgebauten Lieferwagen bis zum amtlich zugelassenen Wohnwagen. Es kommt nicht darauf an, was in der Zulassungsbescheinigung steht, sondern wie das Fahrzeug tatsächlich genutzt wird. Entscheidend ist, ob es eindeutig zum Übernachten oder zum Wohnen genutzt wird.

Ein Bußgeld kann von den örtlichen Behörden an Ort und Stelle (per Bußgeldbescheid) oder ohne Anwesenheit des Fahrers verhängt werden – zum Beispiel auf der Grundlage von Überwachungsaufnahmen oder durch die städtische Streife. Die Strafe kann also auch für Fahrzeuge verhängt werden, die über Nacht abgestellt wurden, ohne dass der Eigentümer anwesend war.

Strafen in Frankreich

Wie Sie Bußgelder und Probleme vermeiden können

Wenn Sie eine Reise nach Frankreich mit einem umgebauten Lieferwagen oder Wohnmobil planen, sollten Sie besonders darauf achten, wo Sie übernachten. Am sichersten ist es, offizielle Campingplätze, offizielle Wohnmobilstellplätze oder „aires de camping-car “ – speziell ausgewiesene Stellplätze für Wohnmobile – zu nutzen, die oft über eine grundlegende Serviceeinrichtung verfügen.

Mobile Apps wie Park4Night, CamperContact oder StayFree können Ihnen helfen, sich zurechtzufinden, indem sie Ihnen geprüfte Unterkünfte und Warnungen von anderen Reisenden anzeigen. Es ist immer eine gute Idee, die örtlichen Straßenschilder im Auge zu behalten und im Zweifelsfall Anwohner oder die Stadtverwaltung zu fragen, ob das Parken über Nacht erlaubt ist.

Parkplatz für Wohnmobile

Fazit

Die neue Regelung, die das Übernachten in Wohnwagen außerhalb ausgewiesener Gebiete einschränkt, ist keine Schikane gegenüber Reisenden, sondern eine Reaktion auf den wachsenden Trend zum Übernachten, der in einigen Gebieten über die Grenzen der Nachhaltigkeit hinauszuwachsen beginnt.

Die Art des Reisens mit dem Wohnwagen ist nach wie vor romantisch, frei und abenteuerlich, aber sie erfordert jetzt mehr Rücksichtnahme, Planung und Respekt vor den örtlichen Regeln und Vorschriften. Wenn Sie eine Reise nach Frankreich planen, sollten Sie vorbereitet sein. Die Bußgelder sind nicht unerheblich, und „wildes Campen“ wird nicht annähernd so toleriert, wie es früher der Fall war.

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