EURO 5-Dieselverbot in Italien: Was die Autofahrer ab Oktober 2025 erwartet

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Emissionszonen Italien

Norditalien, ein sehr beliebtes Reiseziel für ausländische Touristen, führt strenge Umweltvorschriften für ältere Dieselfahrzeuge ein. Ab dem 1. Oktober 2025 gilt in ausgewählten Städten ein Verbot für Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5 und darunter, d. h. für ältere Modelle. Ziel ist es, die Luftqualität zu verbessern, die in Norditalien vor allem im Winter schon lange ein Problem darstellt. Die Maßnahme betrifft vier große Regionen – Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna und Venetien – und wird sowohl Einheimische als auch Touristen aus dem Ausland betreffen.

Warum kommt es zu diesem bedeutenden Verbot?

Die Poebene in Norditalien ist eine der Regionen mit der schlechtesten Luftqualität in ganz Europa. Sie liegt zwischen den Alpen und dem Apennin, so dass sich die Schadstoffe viel länger in der Luft halten – vor allem im Winter, wenn es häufig zu Inversionen kommt. Hinzu kommen der starke Verkehr und die hohe Industriekonzentration. Aus diesem Grund steht Italien seit langem unter dem Druck der Europäischen Union, die Situation zu verbessern. Das Verbot älterer Dieselfahrzeuge ist eine der Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die Schadstoffmenge in der Luft zu verringern.

Wer ist von den Beschränkungen betroffen?

Das Verbot gilt für Dieselfahrzeuge der Abgasnorm EURO 5 und darunter (ältere Fahrzeuge), d. h. für Fahrzeuge, die bis etwa August 2015 zugelassen wurden. In der Praxis handelt es sich um Autos, die mehr als zehn Jahre alt sind, aber von vielen noch als relativ modern und zuverlässig angesehen werden.

Von der Beschränkung sind zum Beispiel folgende Modelle betroffen:

  • Skoda Octavia III (ältere Modelljahre)
  • Volkswagen Golf VII, Touran, Sharan
  • Seat Alhambra
  • Ford Mondeo, S-Max
  • und viele andere beliebte Familien- oder größere Personenkraftwagen

Zusammenfassung der regionalen Verbote: Vorschriften variieren je nach Region

Vier Regionen in Norditalien – Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien– führen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5 und höher ein. Sie verfolgen alle das gleiche Ziel, nämlich die Verbesserung der Luftqualität in Gebieten, die schon lange mit der Verschmutzung zu kämpfen haben.

Von den Beschränkungen sind Städte mit mehr als 30 000 Einwohnern betroffen, und zwar nicht nur Industriezentren, sondern auch beliebte Touristenorte wie Mailand, Verona, Venedig, Bologna und Parma.

Jede Region ist jedoch individuell an die Verordnung herangegangen und hat ihre eigenen Regeln festgelegt – die Dauer, die spezifischen Zeitfenster und die Strenge der Regelung sind unterschiedlich. Nachstehend finden Sie einen Überblick über die Regeln, die in jeder Region ab dem 1. Oktober 2025 gelten werden.

Überblick über die ab dem 1. Oktober 2025 geltenden Beschränkungen nach Regionen

RegionArt des VerbotsAnwendbarkeit Spezifische Tage und Zeiten
PiemontSaisonal (Winter)1. Oktober 2025 bis 15. April 2026, dann jährlich vom 15. September bis 15. AprilMontag bis Freitag
8:30 bis 18:30 Uhr
Lombardei Ganzjährig ab 1. Oktober 2025 ohne EinschränkungenMontag bis Freitag
7:30 Uhr bis 19:30 Uhr
Emilia-RomagnaGanzjährig ab 1. Oktober 2025 ohne EinschränkungenMontag bis Freitag
8:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Venetien Ganzjährig ab 1. Oktober 2025 ohne EinschränkungenMontag bis Sonntag
24 Stunden am Tag
  • Uneingeschränkte Sommersaison – Piemont ist am nachsichtigsten gegenüber Autofahrern – das Verbot gilt nur im Winter und nur an Wochentagen. Die touristische Sommersaison ist davon ausgenommen.
  • Venetien hat die strengste Regelung – das Verbot gilt dauerhaft, ohne Ausnahmen an Wochenenden oder im Sommer. Städte wie Verona, Vicenza oder Venedig werden für ältere Dieselfahrzeuge komplett gesperrt.
RegionAusgewählte Städte über 30.000 Einwohner mit Einfahrtsbeschränkungen
PiemontTurin, Novara, Alessandria, Asti, Cuneo, Biella, Vercelli
Lombardei Mailand, Bergamo, Brescia, Monza, Como, Varese, Pavia, Cremona, Lodi, Sesto San Giovanni, Busto Arsizio
Emilia-RomagnaBologna, Modena, Parma, Reggio Emilia, Piacenza, Ferrara, Rimini, Ravenna, Forlì, Cesena
Venetien Verona, Padua, Vicenza, Treviso, Mestre (Teil von Venedig), Rovigo

In all diesen Städten gilt bereits die ZTL (Zona a Traffico Limitato), aber die Regeln werden ab Oktober 2025 erheblich verschärft und erweitert. Die neuen Beschränkungen gelten nicht nur für historische Zentren, sondern für ganze Stadtgebiete.

Wie hoch sind die Bußgelder?

Verstöße gegen das Fahrverbot werden mit einem Bußgeld von 168 EUR, eahndet, bei wiederholten Verstößen kann ein Fahrverbot von 15 bis 30 Tagen verhängt werden.

Obwohl Italien kein einheitliches Umweltzeichensystem wie Deutschland hat, gilt das Verbot unterschiedslos für in- und ausländische Fahrzeuge. Und Vorsicht: Bußgelder können grenzüberschreitend vollstreckt werden, so dass man sie auch nach der Rückkehr in die Heimat nicht einfach umgehen kann.

Gibt es Ausnahmen?

Es gibt Ausnahmen, aber sie sind sehr begrenzt. In der Regel gelten die Verbote nicht für historische Fahrzeuge, die in amtlichen Registern eingetragen sind – also zum Beispiel Oldtimer oder Youngtimer mit entsprechender Kennzeichnung. Bestimmte Nutzfahrzeuge, Fahrzeuge zur Beförderung von Behinderten oder integrierte Rettungsdienste können ebenfalls ausgenommen werden.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die spezifischen Bedingungen von Stadt zu Stadt unterschiedlich sind. Es lohnt sich daher immer, sich vor der Reise über die aktuellen Vorschriften an Ihrem Reiseziel zu informieren.

Woher wissen Sie, ob Sie in eine Sperrzone einfahren?

Obwohl Dieselfahrzeuge ab der Abgasnorm Euro 5 ab Oktober 2025 in Italien verboten sein werden, können Sie nicht mit einer einheitlichen Beschilderung wie beispielsweise in Deutschland rechnen. In Italien gibt es weder ein nationales Umweltzeichen noch ein einheitliches System zur Kennzeichnung dieser Fahrverbote.

Stattdessen werden Sie auf „ZTL“-Schilder (Zona a Traffico Limitato) stoßen – also auf eine Zone mit begrenztem Verkehr. Diese Zonen sind bereits heute üblich und finden sich vor allem in den Zentren größerer Städte. Dem Schild ist in der Regel eine zusätzliche Tabelle beigefügt, aus der hervorgeht, wann das Verbot gilt (zeitliche Begrenzung) und welche Fahrzeuge davon ausgenommen sind.

EURO 5-Dieselverbot in Italien

Was bedeutet dies für ausländische Fahrer?

Wenn Sie ein Dieselfahrzeug besitzen, das vor 2015 hergestellt wurde, dürfen Sie höchstwahrscheinlich ab Oktober 2025 nicht mehr in diese Städte einfahren. Wenn Sie also einen Urlaub mit dem Auto in Norditalien planen, müssen Sie Ihre Route sorgfältig planen und möglicherweise bestimmte Gebiete meiden.

Zu den Alternativen gehören die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, die Anmietung eines umweltfreundlicheren Fahrzeugs oder die Wahl eines anderen Reiseziels außerhalb der Sperrzonen.

Die Zukunft: Wie geht es weiter?

Das Vorgehen der italienischen Regionen folgt einem Trend, der in anderen europäischen Ländern wie Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich oder den Niederlanden schon lange zu beobachten ist. Es ist damit zu rechnen, dass nach 2026 oder in den kommenden Jahren weitere Beschränkungen eingeführt werden.

Gleichzeitig wird das Netz der so genannten „grünen Zonen“ (Zona a Traffico Limitato) erweitert, zu denen nur emissionsarme oder emissionsfreie Fahrzeuge – in der Regel Elektroautos oder Plug-in-Hybride– Zugang haben werden.

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